Ca. 1260 wird Peine bischöfliche Münzstätte des Hildesheimer Stiftes, bis 1428 werden hier - mit Unterbrechungen - Münzen geprägt.
Leider ist aus dieser Zeit nur ein einziges Exemplar erhalten geblieben, und zwar ein Peiner Groschen - ein Brakteat - aus dem 13. Jahrhundert.
Dieser befindet sich heute im Münzkabinett der staatlichen Museen in Berlin. Im Jahre 1608 wird auf Befehl des Kurfürsten Herzog Ernst von Bayern in Peine erneut eine Münzstätte eingerichtet.
Allerdings auch diesmal ohne großen Erfolg. Der erste amtlich bestellte Münzmeister Paul Lachentriß aus Hildesheim tritt sein Amt erst gar nicht an, dem zweiten,
Kaspar Kohl verbot man aufgrund von Verfehlungen die Weiterarbeit, einer Bestrafung entgeht er durch die Flucht. Der dritte berufene Münzmeister,
Christoph Dieß nimmt im Juni 1611 seine Arbeit auf, verstirbt jedoch noch im gleichen Jahr. Bis Ende 1618 bleibt die Peiner Münzprägestätte verwaist,
am 1.Januar 1619 beginnt Johann Lachentriß mit der Münzprägung auf eigene Rechnung, warum ihn bereits ein Jahr später ein fünfter Münzmeister ablöst ist unbekannt.
Aber auch dieser flieht noch im gleichen Jahr wegen erheblicher münzrechtlicher Verstöße. Sein Nachfolger wird Karl Sölter, dem am 16. Oktober 1620 das Amt des Münzmeisters übertragen wird.
Als siebter und letzter Münzmeister übernimmt 1622 Hans Dasselmann die Münzstätte. Von ihm ist noch ein 1/96 Taler (ein sogenannter Dreier) erhalten.
Im Herbst 1628 endet die wenig ruhmreiche Zeit der Peiner Münzprägung - die Münzstätte wird auf fürstlich-bischöflichen Befehl aufgehoben.
Da es üblich war, Prägungen betrügerischer Münzmeister wieder einzuschmelzen, sind aus der Zeit ab 1608 nur wenige Münzen erhalten geblieben.
Die bekannten, noch erhaltenen Stücke sind: Ca. 20 Reichstaler und Doppelgroschen sowie ein 1/96 Taler von Christoph Dieß aus dem Jahr 1611,
viele 1/24 Taler aus dem Jahr 1619 von Johann Lachentriß und die bereits oben erwähnten Stücke von Hans Dasselmann und der Groschen aus dem 13. Jahrhundert. |